Karmel in Tromsø, Norwegen, Geschichte des Klosters
Es war am 08.09.1990, als wir zwölf Schwestern, davon zwei
Novizinnen und eine Postulantin, von Island nach Tromsö kamen. Eingeladen
von Bischof Gerhard Göbel, sollten wir auf der Insel Tromsö ein Karmelitinnenkloster
gründen. Angekommen ohne Geld und sonstige Mittel, zogen wir zuerst in ein
Wohnhaus, das der Bischof uns zur Verfügung gestellt hatte. Hier sollten wir
wohnen bleiben, bis das neue Kloster gebaut war. Dieses erste Haus war zwar
ein großes Wohnhaus, aber für einen ganzen Karmelkonvent doch auf längere
Sicht zu klein. Darum fingen wir bald an, Geld für einen Neubau zu sammeln.
Als erstes baten wir um Gottes Hilfe und Segen, dann begannen
wir mit der Suche nach einem ausreichend großen Grundstück. Um eine erste
Grundfinanzierung zu sichern, begannen wir mit verschiedenen Handarbeiten,
deren Erlös ausschließlich für den Neubau bestimmt waren. Außerdem baten wir
verschiedene Organisationen um finanzielle Unterstützung und Hilfe. Zu nennen
wäre hier das Bonifaziuswerk und das Ansgarwerk, sowie alle Privatpersonen,
die viel für uns getan haben.
Im Jahr 1992 fanden wir das passende Grundstück und konnten einen in
Norwegen bekannten Architekten - Kjell Lund - für das Projekt gewinnen. 1994
hatten wir genug Geld, um mit dem Rohbau zu beginnen. Obwohl im Sommer 1995
erst ein Teil des Klosters fertig war, zogen wir am 05. August ein. Trotz
aller noch vorhandenen Mängel fühlten wir uns von Anfang an wohl. Endlich
- nach fünf Jahren, in denen wir leben mußten wie Sardinen in der Dose - hatten
wir genug Platz. Bei den nun folgenden Bauarbeiten halfen wir tatkräftig mit.
Vom Spachteln und Streichen bis zum Fußbodenlegen waren wir dabei. Es war
zwar sehr viel Arbeit, aber auch sehr schön, die Fortschritte des Baues zu
erleben. Am 23.08.98 war es dann soweit. Obwohl noch einige Kleinigkeiten
im Kloster zu machen waren, wurde die Einweihung gefeiert.
In der ganzen Zeit, die wir in Tromsö leben, hatten wir einige
Interessentinnen und Kandidatinnen, die unsere Form des Lebens kennenlernen
wollten. Einige der Frauen sind geblieben, andere wieder gegangen. Mittlerweile
leben in unserem Konvent fünfzehn Schwestern, elf von ihnen mit ewiger Profeß,
vier mit zeitlichen Versprechen. Zwei unserer Schwestern stammen aus Norwegen,
alle anderen aus Polen.
Nachdem die Bauphase
vorüber ist, normalisiert sich unser Leben wieder. Wir beten täglich die Liturgie,
ein Hauptbestandteil des karmelitanischen Lebens. Außerdem pflegen wir Kontakt
mit unseren Besuchern und Gästen und haben ein offenes Ohr für deren Probleme
und Gebetsanliegen.
Zur Zeit versuchen wir, durch verschiedene Arbeiten und Projekte
unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Wir verkaufen selbstgemalte Ikonen und
stellen Meßgewänder her. Auch Kerzen werden bemalt und verkauft, sowie von
uns gestaltete Karten.